Odenthal von Neschener Straße
entstand vermutlich durch Rodungen fränkischer
Siedler im 10ten Jahrhundert. Der Name soll auf den Weiler des Ritters Udin zurückzuführen sein, der dieses Tal
trockengelegt hat (Wikipedia). Daher der ursprüngliche Name „Udindarre“, der im Laufe der
Zeit zu Odenthal wurde. Man könnte sich auch vorstellen, dass der germanische
Gott „Odin“ für die Namensgebung Odenthals Pate stand. Im Bemühen der Kirche,
den Götterglauben vollkommen auszulöschen, sind wahrscheinlich alle Hinweise
darauf in den Aufschreibungen der Kirchspiele beseitigt worden. Namensgebungen,
die auf germanische Gottheiten hinweisen, gibt es viele – z. B. Wodenesberg,
Godesberg, Gudensberg, Odisheim, Wodensbolt, Wodantal in Hattingen oder das Odinsthal in Wachenheim an
der Weinstraße. Noch bis in die 1970er Jahre hinein gab es in Odenthal bei dem
Anwesen der Familie Grimberg einen ODINSAAL. In Schildgen stand früher in der Nähe des Zehntweges der ODINSHOF,
wovon der Straßenname "Im Odinshof " heute noch zeugt. Die
Bezeichnung Odinshof könnte auch vor der Christianisierung - also
vor dem Jahre 700 n.Chr. - entstanden sein. Dann bezeichnet die Endung
"hof" nicht Bauernhof, sondern eine Kultstätte "hof" =
Halle/Versammlungsplatz. Die Geschichte von Schildgen und die
Geschichte von Odenthal hängen ursächlich zusammen. Dort, wo heute die Kirche "Herz Jesu" steht, war
früher die Hinrichtungsstätte von Odenthal, wo im 17. Jahrhundert die letzte Hexe "et Schüre Tring" verbrannt wurde. Da
im Raume Schildgen bei Buschhorn Zeugnisse einer frühen
Keltensiedlung gefunden wurden, ist anzunehmen, daß auch der
weitere Raum Odenthals schon weit vor dem Jahre Null besiedelt war. Der
Ortskern ist erst im 11. oder 12. Jahrhundert entstanden. Glaubhafter ist daher die Ansicht des Historikers Dr. Gerd Müller in seinem Buch "Odenthal". Darin heißt es, dass Graf Udo 1. Graf im Rheingau und in der Wetterau, bereits in der ersten Hälfte des 10. Jh. im Raum Odenthal Rodungen durchführen ließ, da sein Vater Herzog Gebhard von Lothringen bereits die Waldrechte im gesamten Mittelreich besaß. Odenthal könnte also auch von Graf Udo I. - auch Odon oder Othon genannt und Darre = Trockengestell - seinen Namen erhalten haben (Odons Darre). Damals wurde - weil man das Holz brauchte - zwar keine Brandrodung betrieben, aber das, was nicht als Bauholz verwendet wurde, ließ man liegen und verbrannte es großflächig. Diese Art der Ackerlandgewinnung lieferte den Dünger in Form von Asche gleich mit. Im althochdeutschen bedeutete Darre = Brandstätte (Köbler, Gerhard, Althochdeutsches Wörterbuch). So wird dann auch die Bezeichnung Odons-Darre erklärbar, die durchaus auch Trockenlegung bedeuten könnte. Denn für Dara, Darre, Dare, Darra gibt es eben im indogermanischen Sprachbereich eine Reihe von Übersetzungen (z.B. Brandstelle, Mut, Traute, Querbalken, Eckpfosten, Erdloch, Bodensenke, Wasserloch, zittern, bespringen, Halswirbel, Speer oder Spieß und natürlich ein Gerüst zum Malztrocknen).
Graf Udo durfte als Lohn seiner Verdienste um die Krone seine Lehen und Güter wie Eigentum vererben. Er hatte hierzu ausdrücklich die Erlaubnis von Otto I. "quasi heridatum inter filius" und durfte auch seine "nicht direkten" Nachkommen als Grundherren einsetzen. Die Herrschaft Odenthal bekam Heribert, Sohn oder Enkel Udos. Im Buch Odenthal heißt es weiter: "Graf Heribert (949-992), Sohn Udos, ließ zum Schutz seiner Grundherrschaft Odenthal ein "castrum" (= Burg) errichten, die Burg Berge". Ich bin kein Historiker, sondern nur hobbymäßig interessierter Rentner, aber es könnte sich auch um einen Vorläufer von Schloß Strauweiler gehandelt haben, denn:1. Liegt die Burg Berge zu weit weg von Odenthal, um einen wirklichen Schutz zu garantieren. Es gab keine Sicht auf den Herrenhof.
2. Die Burg Berge bestand möglicherweise schon im 6 Jh., zur Zeit des Nibelungenzuges. Sie wurde durch Otto I. im Jahre 960
Hermann Pusillus, Graf im Keldachgau, zur Lehen gegeben und war dessen Hauptfeste.
Zu 1. Da Otto der Große
bereits 958 den Bau privater Burgen
verboten hatte, hätte ein "castrum" nur in den Jahren 949 - 958
gebaut
werden können. Die für damalige Verhältnisse kurze
Bauzeit deutet auf eine zu dieser Zeit noch übliche Wehranlage in
Holzbauweise hin. Diese Burg, wie sie auch immer geheißen
hat, wird wohl -
nach einem Umbau im 13. Jh - erst im Jahre 1347 den heutigen
Namen Strauweiler erhalten haben. Laut
einer Akte des Klosters Altenberg von 1347 wurde Henrig van Vairingh,
genannt Struwilre, als Grundherr von Odenthal belegt.Es muß also die Burg Berge gewesen sein wo die Nibelungen ihre Rast machten. Alle anderen Erklärungsversuche greifen nicht z.B. Haus Blegge wäre zu nahe am Heerweg gewesen (ca. 400 m). Außerdem wären die Nibelungen nicht bei Bürrig über den Rhein gegangen, wenn sie auf die Heerstraße Köln-Wipperfürth gewollt hätten. Die Nibelungen kannten die Strecke sehr genau, sonst hätten sie es von Worms bis Soest (ca.320 km) nicht in 7 Tagen geschafft (Reisegeschwindigkeit im Frühmittelalter 30-50 km/Tag). Über den Mauspfad auf die alte Heerstraße (B506) nach Dortmund sind selbst bei dem heutigen dichten Straßennetz ca. 30 km Umweg.
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